Revue „Verschwundene Sterne“
Das Geheimnis des Klangs der Goldenen 20er
Kennen Sie „Veronika, der Lenz ist da“, den „Sportpalastwalzer“ oder „Ein Freund, ein guter Freund“? Haben Sie gleich eine Melodie im Kopf? Aber wissen Sie auch, von wem diese Lieder geschrieben wurden?
Zur Zeit ihrer Entstehung galten nämlich – anders als heute – die Komponisten und Textdichter hinter den Hits, meist aus Operetten oder Musik-Filmen, als die Stars, von denen man immer mehr hören wollte. Aufgrund der speziellen deutschen Geschichte wurden diese Sterne vom Himmel gelöscht. Übrig blieben nur ihre Melodien. Wie sagte Werner Richard-Heymann gerne: „Sie kennen mich nicht, aber Sie haben schon viel von mir gehört.“
Und wie ihm ging es vielen, die verbannt, verfemt, vergessen wurden.
Die Schatzkiste der Goldenen 20er wird geöffnet
Wir holen die Sterne ans Licht, indem wir die Geschichten hinter den Liedern, die Geschichte machten, erzählen. Von Zufallstreffern, die zu Hits wurden, von Hits die unter Androhung der Todesstrafe erzwungen wurden, und von französischen Liebesliedern, die auf Deutsch von einer Topfpflanze handeln, und gerade deshalb ein Evergreen sind.
Verschwundene Sterne bietet eine Zeitreise in die sogenannte goldene Ära vor hundert Jahren ohne die Verbindung zu verlieren zu den 20er Jahren, in denen wir uns heute befinden. Die Vitrine wird geöffnet, und der Schatz gehoben.
Casanova Society Orchestra – Das Tanzorchester des Hotel Adlon
Mit unbändiger Spielfreude und witzigem Charme garantiert das Orchester seinen Gästen ein unvergessliches Erlebnis mit Musik der 10er bis 40er Jahre
Originale Arrangements weltbekannter Komponisten und Arrangeure dieser Zeit garantieren den authentischen Klang der goldenen 20er Jahre: wild und stilvoll, anrührend, romantisch und verrucht. Durch das Programm führt an Gesang, Violine Obligat und Zylinder mit seinem zartschmelzendem Bariton der Chefcasanova Andreas Holzmann. Mehr als nur Begleitung ist ihm das Casanova Society Orchestra mit seinen insgesamt famosen Musikern und Musikerinnen.
Details
Regie:
Mathias Witting (Gripstheater u.a. Linie 1)
Produktion:
Andreas Holzmann
Texte:
Tom van Hasselt
Konzept, Idee:
Tom van Hasselt, Andreas Holzmann
Pressespiegel
Frankfurter Stadtbote - "Verschwundene Sterne“ in Frankfurt
Mit der NS-Zeit gerieten viele Stars der Goldenen Zwanziger und ihre Musik in Vergessenheit. Das Casanova Society Orchestra aus Berlin beleuchtet bei seinem Auftritt im Kleist Forum einzelne Schicksale.
(…)
Andreas Holzmann, der Bariton des Orchesters, drückt es im Interview mit der MOZ so aus: „1933 hat sich der Sternenhimmel verdunkelt, wir wollen ihn wieder hell und klar sichtbar machen.“
Wie stark die Nationalsozialisten den ‚Sternenhimmel‘ verdunkelten, macht Holzmann am Beispiel Siegfried Translateurs fest. Der Komponist des „Sportpalast-Walzers“ sei zu Beginn der 1930er-Jahre sehr berühmt gewesen. „Aber er war Halbjude“, sagt Holzmann. In der Folge wurde Translateur aus der Reichsmusik- kammer ausgeschlossen, 1943 dann ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. „Dort wurde er 1944 ermordet“, so Holzmann. Und stellt fest: „Diejenigen, die in der öffentlichen Erinnerung total verschwunden sind, sind oft auch die, die ermordet wurden.“
(…) Zu hören sind dabei auch andere Klassiker der 1920er-Jahre, wie „Mein kleiner grüner Kaktus“, „In der Bar zum Krokodil“ oder „Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln gehen“. Die Revue verspricht eine Zeitreise zurück in die Goldenen Zwanziger – und dies aus einer einzigartigen Perspektive.
Münchner Merkur - Verschwundene Sterne leuchten hell auf
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Zwischen Spaß und Bitterkeit
Dem siebenköpfigen Ensemble gelang es, diese Sterne wieder sichtbar zu machen. Die Goldenen Zwanziger versetzten die Gäste in ein Wechselbad der Gefühle. Das Casanova Society Orchestra schenkte dem Publikum Erinnerungskultur, mit fröhlicher Unterhaltungsmusik und lustigen Anekdoten, regte aber auch mit berührenden Geschichten und Liedern zum Nachdenken an. (…)
Zauberhaftes Programm
Andreas Holzmann und seinem Ensemble war es ein Anliegen, hinter dem verdunkelten Himmel der NS-Zeit die Stars wieder ans Licht zu bringen. Die Darbietung beeindruckte durch hohe Sangeskunst, gepaart mit bezauberndem Flair. Neben den glamourösen Sängerinnen Sonja Firker und Ina Brox begleiteten vier Musiker den Conférencier Holzmann durch die musikalische Zeitreise. Nach zweieinhalb Stunden Showprogramm spielte das Orchester als Zugabe „Mein kleiner grüner Kaktus“. Das animierte nicht nur die Gäste zum Trällern.
Märkischer Sonntag - Bittersüßer Zauberabend
(…) Das Casanova Society Orchestra bot eine musikalische Zeitreise an, die sich nicht in der mitreißenden Musik erschöpfte, sondern die Zuschauer mitnahm zu den Geschichten hinter den Liedern.
Was aus den Künstlern wurde, die von Nazis verfolgt, vertrieben oder ermordet wurden, wie schwer diese Verluste wiegen, das berichteten Andreas Holzmann als Moderator und sein Orchester sachlich und ohne Pathos. So durfte sich in die Freude über die zauberhaften Liedinterpretationen auch ein Tropfen Bitterkeit mischen, der die Lebensfreude und den Spaß an der Musik nicht minderte. Musikalisch hervorragend umgesetzt, von den schwungvollen Titeln bis zum leisen Chanson und A-Capella-Gesang, der Gänsehaut machte, spielte sich das Hausorchester des Hotels „Adlon“ in die Herzen des Frankfurter Publikums.
Feedback einer Zuhörerin
Sehr verehrtes Casanova Society Orchestra,
liebe MusikerInnen, liebe SängerInnen!
Voller Begeisterung, Bewunderung, emotional sehr berührt – habe ich vor wenigen Minuten Ihr Konzert im Wetzlarer Rosengärtchen verlassen. Da wir ja in den Genuss einer Premiere kamen, konnte ich natürlich keine CD kaufen, denn die gibt’s zwangsläufig noch nicht. In der Reflexion des Abends mit meinen FreundInnen (alles LehrerInnen) waren wir uns einig, dass der Inhalt des Konzerts hervorragend geeignet wäre für den Gesellschaftslehreunterricht (Weimarer Republik und Nationalsozialismus). Sie sollten unbedingt die die Lieder begleitenden Erklärungen zu den „Verschwundenen Sternen“ mit auf die CD bringen.
Mich persönlich hat es zurückgeführt in die Kindheit, als meine Eltern, besonders mein Vater, das ein oder andere Lied gesungen hat, sodass ich auch ein paar Mal die Tränen wegblinzeln musste. Wie gut, dass auch das Buchenwaldlied in Ihr Programm aufgenommen wurde! Und Ernst Busch, dessen Kampflieder ich vor- und rückwärts singen konnte. Und die Frauenbewegung! Was für ein Abend! Welche großen Leistungen der ganzen Gruppe.
Vielen herzlichen Dank, ich hoffe, ich erfahre, wann es eine Aufnahme gibt!
Casanova Society Orchestra
Telefon
030 – 213 73 87
0178 – 260 40 28
